Die Johanniter in Palästina
Darum sind wir vor Ort
Auch nach dem Beginn der Waffenruhe bleibt die Lage im Gazastreifen katastrophal. Laut den Vereinten Nationen kommt es weiterhin zu Angriffen aus der Luft mit Toten und Verletzten. Gebäude und wichtige Infrastruktur wurden zerstört. Viele Familien leben in beschädigten, teils einsturzgefährdeten Häusern oder in überfüllten Notunterkünften.
Die medizinische Versorgung ist stark eingeschränkt: Viele Krankenhäuser und andere Einrichtungen wurden beschädigt oder zerstört. Chronisch und akut Kranke haben daher nur schwer Zugang zu Behandlung. Hinzu kommt die Wasserknappheit. 91 Prozent der untersuchten Haushalte haben nur unsicheren Zugang zu Wasser, was das Risiko von Krankheiten erhöht. Auch Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter, etwa Material für Notunterkünfte, erreichen die Menschen nur eingeschränkt.
Auch im Westjordanland verschärft sich die Lage. Gewalt, der Abriss von Gebäuden und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit erschweren den Alltag vieler Menschen. 2026 wurden dort bereits mehr als 4.000 Palästinenserinnen und Palästinenser aus ihren Wohnorten vertrieben. Der Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Wasser ist eingeschränkt. Zugleich fehlen Mittel, sodass unter anderem die Nahrungsmittelhilfe des Welternährungsprogramms von 400.000 auf 200.000 Menschen reduziert wurde.
Die Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen und im Westjordanland ist dramatisch. Hilfe ist weiterhin dringend notwendig.
Auf einen Blick
So helfen wir in Palästina
Wir unterhalten eine langjährige Partnerschaft mit dem St. John Eye Hospital, das ebenfalls Mitglied von Johanniter International ist, der Partnerschaft der vier evangelischen Johanniterorden und ihrer nationalen Hilfsorganisationen. Die Organisation untersucht und behandelt Menschen mit Augenleiden und bewahrt sie so vor schweren Sehschäden oder Erblindung.
Die nationale Hilfsorganisation Juzoor betreibt mit unserer Unterstützung acht Gesundheitszentren, in denen Menschen in Gaza und im Westjordanland medizinisch versorgt werden.
Seit 2025 bauen wir mit der britischen Hilfsorganisation UK-Med die medizinische Infrastruktur im Gazastreifen wieder auf. Hierzu werden zwei Gesundheitszentren in Gazastadt und im Norden des Gazastreifen, die durch Luftangriffe zerstört wurden, wieder in Betrieb genommen.
Unsere Nothilfe im Gazastreifen