Die Auslandshilfe im Südsudan
Darum sind wir vor Ort
Der Südsudan ist der jüngste Staat der Welt und sehr fragil. Lange wütete ein brutaler Bürgerkrieg in dem Land und auch weiterhin flammen politische und soziale Konflikte immer wieder auf.
Die Preise für Lebensmittel sind hoch, so dass sich die Menschen ihre Mahlzeiten kaum mehr leisten können. Laut Angaben der UN leiden 7,8 Millionen Menschen an Hunger. Das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landes. Hinzu kommt, dass sich im Südsudan die Auswirkungen des Klimawandels besonders stark zeigen: Die Regenzeiten kommen nicht mehr zuverlässig. Wenn es dann doch regnet, führt dieser oft zu Überschwemmungen. In der Trockenzeit sind die Böden karg und bringen nur wenig Erträge. Oftmals müssen die Menschen weit laufen, um an sauberes Wasser zu gelangen. Kinder leiden an vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall, Malaria oder Lungenentzündungen. Die Mütter- und Kindersterblichkeit im Land ist extrem hoch.
Durch den Krieg im Nachbarland Sudan, der 2023 begann, hat sich die Lage dramatisch verschärft. Hunderttausende Menschen aus dem Sudan sind in den Südsudan geflohen. Für sie gibt es kaum Nahrungsmittel, sauberes Wasser und medizinische Versorgung.
So helfen wir im Südsudan
Unsere Unterstützung für schutzbedürftige Menschen im Südsudan umfasst Gesundheitsdienste, die Sicherung von Einkommen, Nahrungsmitteln und Schutz sowie die Gewährleistung des Zugangs zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene (WASH). Wir sind in den südsudanesischen Bundesstaaten West-Bahr el Ghazal im Westen des Landes und Ost-Equatoria im Süden nahe der Grenze zu Uganda tätig.
Wir unterstützen die Menschen durch Gesundheitsprojekte. In Wau haben wir beispielsweise Entbindungsstationen in Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung eingerichtet und Dorfgesundheitshelfer geschult, um Kinder unter fünf Jahren medizinisch zu versorgen. Im Rahmen unserer Ernährungsprojekte haben wir den Ernährungszustand von Kleinkindern überwacht und bei Unterernährung zusätzliche Nahrungsmittel bereitgestellt. In Torit haben wir durch mobile Kliniken abgelegenen Dörfern Zugang zur Gesundheitsversorgung ermöglicht. Zudem haben wir in Dörfern und Gemeinden Aufklärungskampagnen zu Themen wie geschlechtsspezifischer Gewalt (GBV), Frühehen sowie zum Schutz vor sexueller Ausbeutung, Missbrauch und Belästigung durchgeführt.
Ein weiterer Schwerpunkt sind WASH-Projekte. Wir bohren und sanieren Brunnen, um die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Außerdem errichten wir Latrinen an Schulen, in Kliniken und auf Marktplätzen. Um die Einkommenssituation und Ernährungssicherheit zu verbessern, bieten wir Schulungen für Gruppen von Landwirten zu klimaresilienten Anbaumethoden an. Frauengruppen lernen Brotbacken, Nähen, Stricken und den Bau von brennstoffsparenden Öfen, wodurch sie ein eigenes Einkommen erzielen können.